24. April 2008

Jetzt wird es noch einmal richtig konkret und sehr interessant: Prof. Paul Alpar stellt eigene Berechnungen vor, wie viel die Unternehmen verdienen. Zum Teil seien das Fakten, zum Teil Schätzungen und Behauptungen, wie er unumwunden zugibt.

LinkedIn: Umsatz pro Mitglied und Jahr >5 €
Xing: pro Mitglied und Jahr >4 €
FaceBook: pro Mitglied und Jahr >3 US-$
StudiVZ: pro Mitglied und Jahr > 1 €
YouTube: Einnahmen 2007: 20 Millionen US-Dollar bei Betriebskosten von 365 Millionen Dollar = 1 Millionen Dollar am Tag!

Deutschlands Blogger Nr. 1, Robert Basic, kommt auf rund 3.000 Euro Einnahmen pro Monat. Das wäre seit Juli 2004 bei 10.300 Posts und außerdem Kommentierungen ein Stundenlohn von weniger als 20 Euro pro Stunde. (Quelle: Grundlagen der Berechnungen)

“Die Zahlen sprechen dagegen, dass irgendjemand zurzeit Geld mit dem Internet verdient. Hoffen darf man immer, aber ich sehe die Hoffnung nicht berechtigt. Ich möchte die Euphorie ein wenig dämpfen, denn die gab es bei der ersten Dotcom-Welle auch: Erst viel Euphorie und dann viel Enttäuschung. Das ist schade, denn im Grunde ist das Internet immer weiter gewachsen, die Firmen haben es bloß falsch gemacht.”

Doris Hammerschmidt fragt danach scherzhaft ins Publikum: “Hat jemand Lust, ein Social Network zu kaufen? Vielleicht sollten wir nachher mit einem Klingelbeutel herum gehen und Geld für Holtzbrinck sammeln.”

24. April 2008

Weiter geht’s mit dem Panel “Interaktion on Demand: Mutieren Konsumenten zu Programmdirektoren?” Den Pro-Kurzvortrag hält Michael Wurzer, der Geschäftsführer von very.tv. Prof. Stefan Korol, Dozent der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg wird die Gegenposition einnehmen. Anschließend folgt die Podiumsdiskussion mit Michael Schmitz, dem Leiter Digital Media von BurdaYukom Publishing, Alexander Wunschel, Geschäftsführer von markendreiklang, und Dr. Marc Ludwig, Geschäftsführer von FotoTV.

24. April 2008

Doris Hammerschmidt sieht die Antwort auf das Thema der Diskussion “Bedeutungsverlust traditioneller Unternehmen durch das Internet” in einem “Jein”. Eine Radiojournalistin aus dem Publikum kritisiert den geplanten Staatsvertrag und fasst die Diskussion so zusammen: “Die traditionellen Medien wie Radio sind dadurch dazu verdammt zu sterben. Wir dürfen zwar Cross-Media produzieren, aber nichts damit verdienen.”

Ein anderer Zuschauer von hiclip.tv sieht für den Rundfunk die Chance, Hörer zu erreichen, wenn sie bei ihrer Kompetenz bleiben und ihre Inhalte als Podcast zur Verfügung stellen: “Durch die Vernetzung mit Social Networks erreichen Sie Hörer, die sie sonst nie bekommen hätten. Das geht auch mit dem neuen Staatsvertrag.”

Ein weiterer Zuschauer bestätigt das: “Laut dem Staatsvertrag dürfen Öffentlich-Rechtliche Sender keine eigenen Social Networks wie Facebook gründen. Sie dürfen aber mit ihnen kooperieren.”

Noch eine Zuschauermeldung: “Wir haben zu altbackene Gesetze, und wenn wir die nicht ändern, überholen uns die Amerikaner im Schlaf.” Kein Widerspruch vom Podium. Mittagspause.

24. April 2008

Die Diskussionsrunde ist beim Thema Paid Content angelangt. Frage aus dem Publikum: “Wann setzt sich der US-Trend durch, dass nur das etwas taugt, was etwas kostet?” Dr. Stefan Volck von der Deutschen Telekom gibt das Mikrofon lachend demonstrativ weiter nach links an Dirk Martens. Martens: “Die Zeit des Paid Contents ist im Grunde vorbei. Die Leute wollen nicht zahlen.” Stefan Volck erhält das Mikro zurück und kennt erfolgreiche Bezahlangebote: “Es gibt durchaus noch Angebote, bei dem die Nutzer am Ende etwas zahlen und das auch gerne tun.”

Dirk Martens übernimmt wieder: “In Deutschland ist die Bereitschaft gleich null, auch für gute Inhalte etwas zu bezahlen.” Stefan Volck widerspricht dem mit der Möglichkeit für Paid Content, wenn man die richtige Zielgruppe finde.

Dr. Rainer Grobbel hält innovative Werbeformen für die weiterhin beste Möglichkeit, in Deutschland mit dem Internet Geld zu verdienen.

24. April 2008

Bunt gemischte Themen auf der Podiumsdiskussion. Frage aus dem Publikum: “Facebook investiert 200 Millionen US-Dollar direkt in die Technik. Gibt es auch deutsche Unternehmen, die so etwas machen würden und warum nicht?”

Die Teilnehmer der Runde lächeln ein wenig resignierend. Dr. Stefan Volck hält den deutschen Markt hier für schwierig. “Nationale Märkte haben noch einen gewissen Abschottungseffekt. Die Frage ist, wie Angebote aus den USA auf den nationalen Markt adaptierbar sind.”

Woran hält man sich fest, wie vertrauensvoll sind die Nachrichtenquellen im Web, wer bietet die Übersicht?, fragt Moderatorin Doris Hammerschmidt. Dirk Martens: “Die Leute suchen einen roten Faden. Die Mehrheit der Konsumenten ist über 30 und damit anders sozialisiert worden. Man sucht ein wenig Bequemlichkeit und Berieselung, aber auch journalistische Kompetenz.”

Peter Giesecke sieht den Vorteil kleiner Online-Magazinen in der Nische: “Mit einem kleinen Team kann man natürlich nicht gegen große Angebote wie Spiegel ankommen. Aber man kann sich einen eigenen Markt erschaffen und darin sehr erfolgreich sein.”

Antonius Klees erwartet eine Renaissance des Social Bookmarkings.

24. April 2008

Bühne frei für die erste Podiumsdiskussion. Die Teilnehmer sind Dirk Martens, Geschäftsführer von House of Research, Antonius Klees, Geschäftsführer von active value, Peter Giesecke, Geschäftsführer von Pocketbrain.de, Dr. Stefan Volck von der Deutschen Telekom und Rainer Grobbel von Lycos Europe.

Dr. Stefan Volck hält das Timing für wichtig: “Es gab schon in der ersten Dotcom-Phase viele gute Ideen, die aber leider gefloppt sind, und die jetzt wieder auftauchen. Der Kleinanzeigenmarkt ist zusammengebrochen und neue Werbeformen und Kooperationsmodelle entstehen. Vieles davon ist Trial and Error, muss erprobt werden und geht vielleicht schief.”

Peter Giesecke nennt die Vorteile, Nur-Web-Inhalte im Web einzuführen: “Man kann auf das Vertriebsnetz verzichten, man kann mit deutlich weniger Aufwand innovative Ideen publizieren ohne auf Bahnhofskioske angewiesen zu sein.”

Rainer Grobbel sieht immer noch eine Trennung zwischen Profi- und Amateurangeboten und Antonius Klees findet diese Trennung gar nicht so schlecht: “Web 2.0 heißt nicht immer User-Generated Content. Die Nutzer schreiben gar nicht so viel, wie man sich das immer vorstellt. Als Marke will ich unter Umständen auch gar nicht, dass jeder etwas dazu reinschreibt. Gute Inhalte müssen von Profis gemacht werden.”

24. April 2008

In seinem Contra-Vortrag benennt Dr. Stefan Volck von der Deutschen Telekom gegensätzliche Beispiele für die Vernetzung von Print- und Online: Brockhaus geht den Weg ins Netz; Teile der Online-Enzyklopädie Wikipedia wird es hingegen in Kooperation mit Bertelsmann bald auch in einer Offline-Version geben. Traditionelle Medienunternehmen, die sich früh in den Medienmarkt aufgemacht haben, wie RTL, haben jetzt einen guten Stand in der Rangliste der Webcontent-Angebote. Die Strategien für das Netz ist bei den großen Verlagen sehr unterschiedlich.

“Die Krise des Verlagswesens ist nicht der Verlust des Publikums. Es ist das Ende der Verbindung zwischen Nachrichten und Werbung”, so Volck. “Werbung wandert aber nicht so schnell ins Internet wie die Konsumenten.” Wichtig sei, die Nutzer in der analogen Welt abzuholen und sie mitzunehmen in die digitale Welt.

Volck schlägt für die etablierten Medienunternehmen verschiedene Geschäftswege vor, um ihren Inhalt ins Internet zu bringen: “Kooperationen zwischen Service-Angeboten und Infrastrukturanbietern finden sehr stark statt und sie sind das Ziel.”

24. April 2008

Dr. Rainer Grobbel von Lycos Europe nennt in seinem Vortrag Vorteile des Internets für die Werbewirtschaft: “Wir haben Tools um zu sehen, wer die User sind und wir können auch ihr Surfverhalten nachverfolgen. Hier gibt es zeitliches Targeting, Behavioural Targeting und Capping.” Ein deutlicher Vorteil für die Werbewirtschaft und einer der Gründe, warum der Internet-Werbemarkt an Bedeutung gewinne.

“Alles, was es in den klassischen Medien gibt, gibt es auch im Internet”, so Grobbel. “Das meiste sind Angebote, mit denen sich die Benutzer berieseln lassen – genau das, wozu der Fernseher genutzt wird.”

“Reine Offline-Medien existieren nicht. Der Medienkonsum von Offline-Angeboten wird langfristig zurückgehen. Der Werbemarkt wächst überproportional und gewinnt Marktanteile der Offline-Werbung. Das Internet ist damit zum wichtigsten Medium geworden.”

24. April 2008

Weiter geht es mit dem nächsten Highlight: “Verlieren traditionelle Medienunternehmen durch das Internet an Bedeutung.” Hierzu wird es zunächst zwei Kurzvorträge geben. Dr. Rainer Grobbel, Director Co-Operations and Alliances Management von Lycos Europe, nimmt die Pro-Position ein. Dr. Stefan Volck, Vice President Content Sourcing / Media Sourcing von der Deutschen Telekom nimmt die Contra-Position ein. Anschließend folgt die einstündige Podiumsdiskussion zum Thema.

Matthias Janssen beschreibt bei seiner Begrüßung von Rainer Grobbel das Angebot Lycos IQ, in dem jeder Fragen stellen kann und darauf Antwort erhält. Um das Tool auszuprobieren, hat Matthias Janssen das Angebot im Vorfeld einmal mit der Frage aus der Überschrift getestet und innerhalb von acht Minuten bereits vier gute Antworten erhalten. Ein deutlicher Bedeutungsgewinn für Web-2.0-Projekte.

24. April 2008

Ibrahim Evsan findet es bemerkenswert, dass immer mehr Zuschauer sich im Netz tummeln, auf Sevenload sogar mehrere Millionen. Einige der Videocasts auf seiner Plattform Sevenload, in denen sich zum Beispiel Künstler präsentieren, haben aber nur um die 1.000 Zuschauer. Nur? “1.000 Zuschauer klingt erst einmal wenig, aber stellen Sie sich vor, sie würden vor 1.000 Menschen eine Präsentation halten. Das ist schon gar nicht so schlecht. Sie haben dazu Zuschauer, mit denen Sie interagieren können, auf die Sie eingehen. Das ist ein deutlicher Vorteil zum Medium Fernsehen.”

“Die Medienunternehmen müssen auf die Zuschauer und auf Videocontent eingehen, sie haben gar keine andere Wahl”, so Evsan. “In Zukunft werden sich alle Webseiten untereinander vernetzen. Man wird bald nur noch ein virtuelles Zuhause haben, optimiert und angepasst. Auf diese Superplattformen müssen die Nutzer und da müssen die Medienkonzerne hin. Ich kann deswegen nur appellieren: Versteht diese Superplattform, versteht euch zu vernetzen, versteht global zu denken. Die großen Monsterangebote aus den USA wie Facebook und MySpace haben uns überrollt, weil sie frühzeitig und viel investiert haben. In Deutschland gibt es kein vergleichbares Angebot. Die deutschen Geldgeber verhindern, dass sich der Trend hier durchsetzt, weil sie zu geringe Summen investieren.” Kooperationen seien der Schlüssel.

24. April 2008

Ibrahim Evsan, CEO und Gründer von Sevenload hält die Keynote “Angebot und Nutzer im Web 3.0″. Evsan: “Videos waren schon immer die Killerapplikation, schon in den frühen Jahren des World Wide Web, als Videostream bedeutete, dass nur alle drei Sekunden ein neues Bild erschien. Schön, dass wir heute dank schnellerer Leitungen immer bessere Möglichkeiten haben, das Medium Video zu nutzen.”

Evsan kündigt die Kombination mobiler Geräte an: “Wir denken bei ‘mobilen Geräten’ immer ans Handy. Das reicht aber nicht. Wir werden in Zukunft verschiedene Geräte haben, um das Internet mobil zu nutzen.” Ansonsten gibt sich Evsan ein wenig konservativ, findet es schade, dass Jugendliche ihre Welt zunehmend im Internet finden und kaum noch rausgehen.

24. April 2008

Matthias Janssen stellt eine kleine "Innovation" der Veranstaltung vor: Den "analogen Instant Messenger": kleine gelbe Zettel, die auf der Veranstaltung ausliegen, und die die Teilnehmer nutzen können, um Fragen an die Moderatoren zu stellen. Doris Hammerschmidt eröffnet die Veranstaltung mit den Worten: "Web 2.0, habe ich neulich gehört, darf man heute schon gar nicht mehr sagen. Ich bin gespannt, wie oft es heute doch noch fällt." Weiter geht es deswegen mit einer 3.0-Keynote von Ibrahim Evsan: "Angebote und Nutzer im Web 3.0"

24. April 2008

Guten Morgen und willkommen beim ersten Web Content Forum auf dem Kölner Vulkangelände! Harald A. Summa, Geschäftsführer von eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. , und Tanja Feller, Geschäftsführerin des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) eröffnen die Veranstaltung. Die meisten der rund angemeldeten 100 Kongressteilnehmer sind inzwischen eingetroffen. Doris Hammerschmidt und Matthias Janssen moderieren das Forum.